Craniosacrale Therapie


 Die ungestörte Bewegung von Gewebsflüssigkeiten wie Blut, Lymphe, Interzellularflüssigkeit und Cerebrospinalen Liquor ist die Grundlage für einen gesunden Körper. 
Erst dadurch kann die lebensnotwendige Versorgung jeder einzelnen Körperzelle mit Nährstoffen und Sauerstoff, sowie der Abtransport von verbrauchtem Blut und Schlackenstoffen sichergestellt werden. 

Erlebnisse wie Stress, Traumata und Unfälle führen zu Verengungen des Gewebes. Dadurch kommt es zu Einschränkungen im Bereich der Gefäße, zu Druckeinwirkungen und Mangelnährung von Nerven, Minderbeweglichkeiten der Organe und Fehlhaltungen der Knochen, welche die Basis für weiterführende Krankheiten bilden. 


Ziel der Craniosacralen Therapie ist die Behebung dieser Ungleichgewichte innerhalb des cranialen Systems im Sinne eines Spannungsausgleichs. 


Nutzen der Craniosacral Therapie


Die Anwendungsgebiete reichen vom Neugeborenen bis hin zum älteren Menschen. Craniosacral Therapie kann dabei sowohl präventiv als auch therapeutisch bei akuten und chronischen Beschwerden angewandt werden.



Kinder, Jugendliche und Erwachsene

  • Kieferprobleme 
  • Nach Unfällen und Operationen
  • Chronische und akute Schmerzen (Sinusitis, Hörsturz, Tinnitus, Schwindel, Migräne, Nacken- und Spannungskopfschmerzen, Schleudertrauma, Sturz- und Stauchtrauma)
  • Beschwerden des Bewegungsapparats (z.B. Schmerzen in der Wirbelsäule oder im Becken)
  • Stressbedingte Beschwerden, allgemeine Müdigkeit, Erschöpfung und Depressionen
  • Psychosomatische Beschwerden (z.B. Kopfschmerzen, Verdauungsbeschwerden)


Was versteht man unter dem Craniosacralen System?

Das Cranisacrale System umhüllt und schützt das gesamte Nervensystem. Es besteht aus den drei Hirnhäuten (Dura mater, Pia mater und Arachnoidea) und dem Liquor cerebrospinalis (Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit). Eine wichtige Funktion dieses Systems ist unter anderem die Produktion, Zirkulation und Aufnahme der cerebrospinalen Flüssigkeit. Sie bildet das physiologische Umfeld, in dem sich Gehirn und Nervensystem entwickeln, leben und funktionieren können.

Das Craniosacrale System beeinflusst Entwicklung, Wachstum und Funktionsfähigkeit des Zentralnervensystems vom Moment der embryonalen Formgebung bis zum Tod.
Das Fasziensystem (Bindegewebe) bildet das verbindende Element zwischen dem Craniosacralen System und den peripheren Anteilen des Körpers. Das sind jene Teile des Nervensystems, die außerhalb des – aus Gehirn und Rückenmark bestehenden – zentralen Nervensystems liegen. Erhöhte Spannung in einer Körperregion überträgt sich über das Bindegewebe in benachbarte Regionen. Diese Spannung vermindert die Beweglichkeit der Gelenke, die Zirkulation von Körperflüssigkeiten, den freien Fluss von Energie und damit den lebenswichtigen Informationsaustausch im Organismus.


Wirkung der Craniosacral Therapie


Sind im Körper Verhärtungen oder Blockaden vorhanden, so spiegeln sich diese im Craniosacralen System wider. Gründe für Blockaden sind vielfältig und können von Verletzungen, Stürzen oder Fehlstellungen herrühren, durch Operationen und Narben entstehen oder seelische Belastungen zeigen. Craniosacral Praktizierende ertasten Blockaden und wie sich Spannungen auf den Körper auswirken. Mit achtsamer Berührung und dem Einsatz spezifischer Techniken kann der Klient in seiner Selbstheilung angeregt und unterstützt werden, Spannungszustände können sich lösen. 


Wie lange kommt die Craniosacral Therapie zum Einsatz?


Wie viele Einheiten erforderlich sind, um eine Verbesserung zu erzielen, ist unterschiedlich und richtet sich nach Art und Ausmaß der Beschwerden. Die Absicht ist, den Klienten in seiner eigenen Geschwindigkeit achtsam zu begleiten. Oft gelingt es bereits nach 2 - 3 Einheiten merkbare Verbesserungen zu erzielen, in anderen sind mehr Behandlungen notwendig.


Ablauf der Behandlung


Zu Beginn einer Craniosacral Einheit wird ein ausführliches Anamnesegespräch geführt. Dabei werden aktuelle Beschwerden erfragt und persönliche Anliegen besprochen. Die Behandlung findet auf einer Liege, meist in Rückenlage, statt. Das ist aber nicht zwingend, bei Schwangeren und Kindern findet die Sitzung fast immer in einer anderen Position statt. Die Bekleidung wird anbehalten, weshalb sie bequem und nicht einengend sein sollte.

Cranio Sacral Praktizierende erspüren die Qualität der rhythmischen Bewegungen und können sie mittels manueller Techniken unterstützen Verspannungen, Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen zu lösen. Chronische und akute Beschwerden können damit gelindert werden. Die Craniosacral Therapie wirkt auf die Selbstregulation des Menschen.

Ausgebildete Craniosacral Praktizierende arbeiten ganzheitlich und mit großer Sorgfalt auf körperlicher, emotionaler und psychischer Ebene. Eine respektvolle sprachliche Begleitung der manuellen Behandlung unterstützt die Selbstwahrnehmung und kann auch emotionalen Prozessen Raum und zugleich Halt bieten. Der Körper wird in seiner Gesamtheit befundet. Dafür legt der Craniosacral Praktizierende die Hände auf den Körper des Klienten und stimmt sich auf dessen Craniosacralen Rhythmus ein. Mit speziellen Techniken wird stets individuell an Kopf, Wirbelsäule, Brust und Becken behandelt. Die Behandlung dauert 50 bis 60 Minuten, bei Kindern ist sie etwas kürzer. Planen Sie für eine Sitzung genügend Zeit ein, um sich auf die Behandlung einzustimmen und auch um sie in Ruhe nachwirken lassen zu können.


Grenzen der Craniosacral Therapie


Kontraindikationen für die Craniosacral Therapie sind Verletzungen, die eine Notfallversorgung brauchen, akute Entzündungen, schwere, offene Kopfverletzungen. Auch bei erhöhtem Schädelinnendruck, Kopftumoren oder starken Gefäßverkalkungen sollte die Craniosacral Therapie nicht angewandt werden. Ausschlusskriterien sind des Weiteren schwere, psychische Erkrankungen wie zum Beispiel Psychosen, Schizophrenien oder Borderline-Störungen.


Craniosacral Therapie: Kosten & Österreichische Krankenkasse


Die Kosten für eine Therapieeinheit betragen 70 Euro. Die Leistungen müssen privat bezahlt werden – die gesetzlichen österreichischen Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht. Manche privaten Krankenzusatzversicherungen bieten jedoch die Möglichkeit einer anteilsmäßigen Rückvergütung.